SONNIGE AUSSICHTEN
Deutlich gesunkene Preise haben die Rendite von Solarstromanlagen erheblich verbessert. 50 Fragen und Antworten zu Technik, Finanzierung, Förderung und Steuern.
Von FOCUS-MONEY-Redakteur Markus Voss und aktualisiert von SPS Solar im Januar 2012.

Fragen zum Standort
Fragen zu Betrieb und Technik
Fragen zu Kosten und Finanzierung
Fragen zu Steuern
Fragen zur Förderung


Nie war es so günstig, sich eine Solarstromanlage zu kaufen. Getrieben von Überkapazitäten bei den großen Solarherstellern sind die Preise für fertig installierte Systeme eingebrochen. Was die Hersteller nicht unbedingt erfreut, ist für Kunden ein Segen: Wer sich noch in diesem Jahr eine Solarstromanlage auf sein Hausdach montieren lässt und 20 Jahre lang betreibt, kann mithilfe der Einspeisevergütung für Solarstrom eine satte Rendite einfahren. Der Staat garantiert den Einspeisetarif vom Tag der Inbetriebnahme an für 20 Jahre plus Installationsjahr.

Welche Rendite die Anlage am Ende bringt, hängt vom Standort ab, von Qualität und Technologie der verwendeten Module und von der Finanzierung. FOCUS-MONEY beantwortet die wichtigsten Fragen von interessierten Hauseigentümern.

Fragen zum Standort

1 Lohnt sich eine Solaranlage nur, wenn die Dachfläche genau nach Süden zeigt?
Das muss nicht sein. Zwar liefert die Anlage den maximalen Ertrag, wenn die Dachfläche nach Süden ausgerichtet und zu etwa 30 Grad geneigt ist. Doch auch Dächer in Südost- oder Südwestlage können so hohe Stromerträge generieren, dass sich die Anschaffung rechnet. Wichtig ist, dass das Dach nicht zeitweise im Schatten liegt. Je länger die Sonne auf die Anlage strahlen kann, desto mehr Strom produziert sie. Ungünstig sind Dächer in Ostwest-Ausrichtung. Ob sich ein Dach für eine Solaranlage eignet, lässt sich mit Solarrechnern abschätzen, die viele Hersteller auf ihren Internetseiten anbieten. Genaue Daten liefern Vermessung und Begutachtung des Daches durch einen Installateur.

2 Kann ich Solaranlagen auf jeder Art von Dach installieren, auch auf Flachdächern?
Grundsätzlich ja. Eine Baugenehmigung ist im Allgemeinen nicht erforderlich. Ausnahmen sind denkmalgeschützte Gebäude, da die Solarstromanlage das optische Erscheinungsbild des Hauses verändert. Auf Flachdächern werden die Module auf ein Gestell gesetzt, um die richtige Neigung zur Sonne zu erreichen.

3 Muss das Dach besonders stabil sein und ein hohes Gewicht tragen können?
Unbedingt. Handelsübliche Solarmodule wiegen bei einer Größe zwischen 1,3 und 1,7 Quadratmetern zwischen 15 und 22 Kilogramm. Gauben oder Blechdächer halten solche Gewichte oft nicht aus. Da die Solaranlage mindestens 20 Jahre arbeiten soll, empfiehlt es sich zudem, vor der Installation die Dachqualität eingehend zu prüfen und absehbare Sanierungen, etwa eine notwendige Neueindeckung des Daches, vorzuziehen.

4 Kann die Solaranlage selbst das Dach sein?
Dachintegrierte Anlagen können die klassische Dachhaut komplett ersetzen. Sie werden direkt auf die Dachlatten geschraubt. Der Architekt sollte bereits bei der Konzeption des Daches auf die optimale Ausrichtung und Neigung zur Sonne achten. Eine TÜV-Zertifizierung nach IEC 61215 gewährleistet höchstmögliche Regensicherheit.

5 Kommt eine Dachanlage nur für Hauseigentümer infrage?
Zumindest das Dach muss dem Antragsteller gehören oder gepachtet sein. Hausbesitzer oder Mieter ohne geeignetes Dach können über Dachbörsen Flächen anmieten (dachboerse.net; solarlokal.de; immowelt.de/immobilien/solardachflaechen.aspx).

6 Wie ist das bei Zweifamilienhäusern oder Anlagen mit mehreren Wohnungseigentümern?
Weil Dächer von Mehrfamilienhäusern Gemeinschaftseigentum sind, muss die Installation einer Solaranlage von der Eigentümerversammlung beschlossen werden. Bei Reihenhäusern können sich die Besitzer in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammenschließen und gemeinsam eine Solaranlage betreiben.

 7 Muss die Anlage eigentlich immer auf das Dach? Gibt es auch andere Möglichkeiten?
Die Module frei stehend auf die grüne Wiese zu stellen wird mittlerweile nicht mehr gefördert. Lediglich Konversionsflächen erhalten eine geringere Förderung, weshalb die Investition dann auch grösser sein muss, damit sie sich rechnet. Einige Hersteller bieten auch Solaranlagen auf Carports an. Allerdings ist deren Leistung aufgrund der begrenzten Fläche klein, der Ertrag entsprechend gering. Dünnschichtmodule lassen sich architektonisch hervorragend in die Gebäudefassade integrieren. Auch das lohnt sich in der Regel aber nur bei Büroimmobilien mit großen Fassadenflächen.

 

Fragen zu Betrieb und Technik

8 Wie groß muss die Solaranlage mindestens sein, damit sich der Aufwand lohnt?
Anlagen auf Einfamilien- oder Doppelhäusern sind meist auf eine Spitzenleistung zwischen vier und zehn Kilowatt peak (kWp) ausgelegt. Eine 5-Kilowatt-Anlage benötigt rund 35 Quadratmeter Dachfläche. Sie kostet unter 10.000,- Euro netto und generiert Strom im Wert von ca. 1160 Euro im Jahr.

9 Wie kann ich abschätzen, ob sich ein Solarkraftwerk auf meinem Dach rechnet?
Es gibt verschiedene Online-Rechner im Internet, die sich hinsichtlich ihrer Detailtreue unterscheiden. Einige errechnen nur den zu erwartenden Stromertrag, andere erlauben auch die Eingabe der Installationskosten, persönlicher Steuersätze oder Kreditkonditionen und errechnen so die Rendite nach Steuern.
Beispiele sind:
solarstromkalkulator.html; solarrechner.de; iwr.de/solar/eeg-rechner; umweltinstitut.org/download/solarstrom.xls (Excel-Tool). Am Besten ist aber immer noch ein persönlicher Termin mit dem Fachbetrieb, der Kosten und Ertrag abschätzt und in der Regel auch eine Rentabilitätsberechnung mitliefert.

10 Worin unterscheiden sich kristalline Solarmodule von Dünnschichttechnologien?
Module aus kristallinem Silizium erreichen die größte Energieausbeute pro Quadratmeter und werden daher auf Hausdächern bevorzugt eingesetzt. Dünnschichtmodule wandeln auf der gleichen Fläche gut ein Drittel weniger Energie um, sind aber, gemessen am Preis je Watt Leistung, günstiger. Sie werden dort eingesetzt, wo Fläche keine Rolle spielt, etwa in Solarparks oder auch an Fassaden von Bürogebäuden.

11 Wie viel Strom kann ich aus einem Quadratmeter Solaranlage herausholen?
Das hängt vom Standort, der Dachneigung und der verwendeten Technik ab. Module aus kristallinem Silizium benötigen knapp acht Quadratmeter Fläche je Kilowatt, also 24 Quadratmeter bei einer 3-Kilowatt-Anlage. Um die gleiche Leistung mit einer Dünnschichtanlage zu erzielen, benötigt man etwa 36 Quadratmeter Dachfläche.

Technologie

Wirkungsgrad in %

benötigte Fläche für ein kWp Strom

amorphes Silizium1)

5–7 %

15 qm

Cadmium-Tellurid1)

8–11 %

11 qm

Ci(G)S1)

7–11 %

10 qm

mikrokrist. Silizium1)

8 %

12 qm

multikristallin2)

14-15 %

8 qm

monokristallin2)

16-19 %

7 qm


1) Dünnschichttechnologien;
2) waferbasierte Technologien;

Quelle: European Photovoltaic Industry Association (EPIA)

12 Aus welchen Komponenten bestehen Solarstromanlagen?
Die Module sind der größte und teuerste Teil. Sie müssen befestigt und verkabelt werden. Die Kabel laufen in einem Wechselrichter zusammen, der den Gleichstrom aus der Solaranlage in netzkompatiblen Wechselstrom umwandelt. Dabei geht ein Teil verloren. Gute Wechselrichter wandeln 98 Prozent des Solarstroms in Netzstrom um. Ein Stromzähler misst, wie viel Strom der Betreiber einspeist und wie viel er für den Eigenbedarf abzweigt.

13 Montiert ein Handwerker die Anlage, oder muss ich mehrere koordinieren?
In der Regel übernimmt der Installationsbetrieb die komplette Montage samt Verkabelung. Im Garantiefall hat der Hausbesitzer so einen festen Ansprechpartner.

14 Ist es egal, wem ich den Auftrag gebe?
Holen Sie unbedingt mehrere Angebote ein, auch von überregionalen Anbietern. Je nach Größe und Marktzugang des Installateurbetriebs variieren die Preise beträchtlich. Achten Sie auf Zertifizierungen, Garantiebedingungen und Gewährleistungsfristen. Unter diesem Gesichtspunkt kann ein etwas teureres deutsches Produkt die bessere Wahl sein gegenüber einem asiatischen Billiganbieter ohne Servicenetz. Aber auch deutsche Hersteller waren und sind von der anrollenden Insolvenzwelle nicht verschont geblieben, weshalb die richtige Wahl des Modulherstellers heute von der Marktstellung abhängt.

15 Solaranlagen sehen doch immer gleich aus. Gibt es überhaupt Qualitätsunterschiede?
Zwei Module aus gleichen Solarzellen können dennoch unterschiedliche Leistungen erreichen. Die Verarbeitung des Moduls, die Verkabelung oder das verwendete Glas machen den Unterschied aus. Unterschiedliche Zellenhersteller können unterschiedliche Energieerträge liefern. Nicht zuletzt hängt auch die Haltbarkeit entscheidend von dem gewählten Produktionsverfahren ab.

16 Sollte ich mich nach Referenzanlagen erkundigen?
Es schadet nie, sich Referenzobjekte zeigen zu lassen. Sofern in der Nachbarschaft bereits Solarstromanlagen stehen, sollten sich Interessenten erkundigen, welche Erträge die Besitzer mit welcher Leistung erzielen.

17 Wie finde ich Fachbetriebe in meiner Nähe?
Im Internet nennen fast alle Hersteller Partnerbetriebe. Installateure vor Ort stehen auch im Branchenbuch.

18 Wie lange hält eine Solaranlage eigentlich?
Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) garantiert den Einspeisetarif für 20 Jahre. Solange sollte auch die Solaranlage halten. Es gibt Anlagen, die seit Jahrzehnten fehlerfrei arbeiten. Zwar sinkt die Stromausbeute Jahr für Jahr leicht ab. In einer Langzeitstudie des Fraunhofer-Instituts erzielten die Module dennoch nach 24 Jahren immer noch 94,5 Prozent ihrer Ursprungsleistung.

19 Was ist, wenn es stürmt, hagelt oder schneit?
Zertifizierte Module halten Belastungen bis zu 550 Kilogramm je Quadratmeter aus. Ihnen machen auch größere Schneelasten oder Hagelschauer nichts aus. Schäden durch Sturm, Feuer oder Hagel lassen sich zudem versichern.

20 Werden zusätzliche Garantien angeboten?
Gute Anbieter geben 20 bis 25 Jahre Leistungsgarantie. Diese besagt, dass die Anlage dann noch mindestens 80 Prozent ihrer Ausgangsleistung erwirtschaftet. Ansonsten werden die Module ausgetauscht.

Fragen zu Kosten und Finanzierung

21 Wie teuer ist der Kauf einer Solaranlage?
Seit Jahresanfang sind die Preise für Solarsysteme stark gefallen. Noch im Herbst 2008 kostete ein Kilowatt peak Leistung für eine kleine Dachanlage fast 5000 Euro – netto. Heute sind komplett installierte Anlagen unter 2200 Euro je Kilowatt zu haben, größere für gut 2000 Euro. Eine einfache Anlage mit 5 kWp Leistung kostet damit statt 25 000 nicht mehr als 10 000 Euro – inklusive Installation.

22 Wie oft muss eine Solaranlage gewartet werden?
Im Grunde beschränkt sich die Wartung auf die bestenfalls tägliche Kontrolle der Wechselrichterfunktion und den regelmässigen Vergleich der Zählerstände, um Ausfälle von Systemkomponenten frühzeitig zu erkennen. Bei Schäden innerhalb der Garantiezeit werden die Module kostenfrei ersetzt. Erfahrungen bei älteren Anlagen zeigen, dass in 20 Jahren Laufzeit mindestens einmal der Wechselrichter ausfällt (Wiederbeschaffungskosten je nach Nennleistung 1000 bis 2500 Euro).

23 Wie entwickeln sich die laufenden Kosten, sollte ich Rücklagen bilden?
Experten setzen für die laufenden Kosten 1,0 bis 1,5 Prozent der Anschaffungskosten an, bei einer 10 000-Euro-Anlage also 100 Euro im Jahr. Der Betrag deckt Ausgaben für Wartung und Reparaturen ebenso ab wie Rücklagen für einen neuen Wechselrichter.

24 Nach wie vielen Jahren ist mein Investment im Plus?
Je nach Installationsort kann die Anlage binnen 12 bis 13 Jahren ihre Anschaffungskosten erwirtschaften, gut gelegene anlagen auch schon binnen 10 Jahren. Je niedriger der Kaufpreis der Anlage, desto schneller amortisiert sie sich.

25 Wie rechnet sich die Anschaffung?
Die Rendite bemisst sich nach den Anschaffungskosten, der jährlich erzeugten Strommenge und den Finanzierungskosten. Wie viel Strom die Anlage erzeugt, hängt nicht nur von der Qualität der Module, insbesondere aber von der geografischen Lage des Hauses sowie von Neigung und Ausrichtung des Daches zur Sonne ab. Im Schnitt erwirtschaften gut gelegene Anlagen in Süddeutschland pro Kilowatt peak 925 bis 1000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Das macht bei 24,43 Cent je kWh mindestens 225,- Euro.

26 Muss ich die Anlage bar bezahlen, oder kann ich dafür einen Kredit beantragen?
Eine kleine Dachsolaranlage kostet mittlerweile kaum mehr als ein Kleinwagen. Aufgrund der relativ überschaubaren Anschaffungskosten ist ein Kredit daher trotz der aktuellen Bankenkrise in der Regel problemlos zu erhalten. Einige Banken führen schwarze Listen von Herstellern, deren Anlagen sie aufgrund von Qualitätsmängeln für nicht finanzierungswürdig halten. Hält die Bank den Anbieter für nicht seriös, sollten Hausbesitzer sich ebenfalls nach einem anderen Angebot umsehen.

27 Gibt es für Solaranlagen zinsverbilligte Kredite, etwa über die KfW Bank?
Ja, die gibt es. Die staatliche KfW fördert die Anschaffung von Solaranlagen über zinsverbilligte Darlehen. Die Höhe der Konditionen hängt davon ab, in welche ihrer sieben Risikoklassen der Kunde eingestuft wird. Landet er in einer ungünstigen Risikoklasse, kann ein normaler Bankkredit günstiger sein.

28 Gibt es weitere Banken, die auf Kredite für Solaranlagen spezialisiert sind und günstige Konditionen bieten?
Die Umweltbank, die Deutsche Kreditbank (DKB) und die GLS Bank sind mit einigen Herstellern Kooperationen eingegangen. Weil die Kreditinstitute die Produkte kennen und den Antragsprozess standardisiert haben, profitiert der Kunde von einer zügigeren Bearbeitung und oftmals günstigeren Konditionen. So kostete ein zehnjähriges Photovoltaikdarlehen mit Sondertilgungsrecht bei der Umweltbank im Januar 2011 3,95 Prozent.

29 Welche Sicherheiten verlangt die Bank von mir?
Als Sicherheit genügt in der Regel die Abtretung der Vergütung für die Einspeisung des Solarstroms. Um eine Abtretung ins Grundbuch zu umgehen, kann das Einbringen von ca. 20% Eigenkapital von Vorteil sein.

30 Kann ich darüber hinaus Zuschüsse erhalten?
Gelegentlich gewähren Stromversorger Zuschüsse zu den Investitionskosten, falls sie sich beim Strombezug an den Anbieter langfristig binden. Ob dies sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

31 Ändert sich die Rendite, wenn ich die Anlage auf Kredit finanziere?
Ja. Weil der Eigentümer weniger eigenes Geld investiert, mindert der Kredit zum einen die Überschüsse aus dem Betrieb der Anlage. Im Gegenzug erhöht sich jedoch die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital – vorausgesetzt, die Rendite der Solaranlage übersteigt den Kreditzins.

32 Sollte ich die Anlage versichern?
Ein Schutz gegen Schäden aus Feuer, Sturm oder Hagel kann oft gegen einen Beitragsaufschlag in die Wohngebäudeversicherung einbezogen werden. Risiken aus dem Betrieb der Anlage, etwa dass Passanten durch herunterfallende Teile verletzt werden, deckt normalerweise die private Haftpflichtversicherung ab. Ob die Police dieses Risiko auch mit einschließt, sollten Hausbesitzer erfragen. Darüber hinaus gibt es spezielle Photovoltaikversicherungen, die auch für Schäden durch Vandalismus, Diebstahl oder Materialfehler aufkommen.

33 Was kostet eine Fotovoltaikversicherung?
Für eine Anlage im Wert von 10 000 Euro kostet die Fotovoltaikversicherung rund 80 Euro im Jahr.

Fragen zu Steuern

34 Kann ich die Anlage von der Steuer absetzen?
Ja. Wenn Hausbesitzer EEG-Vergütung kassieren, gelten sie steuerlich als Kleinunternehmer und können ihre Solaranlage über 20 Jahre abschreiben. Dies führt in den Anfangsjahren zu Verlusten, die das zu versteuernde Einkommen senken und mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden dürfen.

35 Was ist der Unterschied zwischen linearer und degressiver Abschreibung?
Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungskosten mit gleich hohen Beträgen von der Steuer abgesetzt, also fünf Prozent jährlich. Die degressive Abschreibungsvariante lässt das Finanzamt seit 2011 leider nicht mehr zu.

36 Gibt es weitere Abschreibungsmöglichkeiten?
Im Jahr der Inbetriebnahme kann eine Sonderabschreibung von 20% auf die Anschaffungskostenzusätzlich zur regulären Abschreibung geltend gemacht werden.

37 Sollte ich die Sonderabschreibung auf einen Schlag nutzen oder auf fünf Jahre verteilen?
Die degressive Abschreibungsvariante gibt es für Anlagen, die nach dem 1. Januar 2011 angeschafft wurden leider nicht mehr.

38 Ich überlege noch, ob ich ein Haus baue oder kaufe. Kann ich schon in diesem Jahr Steuern sparen, obwohl ich die Anlage erst 2010 anschaffe?
Das geht tatsächlich. Wie ein Unternehmer dürfen Hausbesitzer einen Investitionskostenabzug vornehmen. Damit können sie einen Teil der Anlagekosten bereits in diesem Jahr steuermindernd geltend machen. Voraussetzung ist, dass sie die Kaufabsicht stichhaltig nachweisen, etwa durch eine verbindliche Bestellung.

39 Sollte ich das Wahlrecht nutzen und keine Umsatzsteuer abführen?
In der Regel bietet die Umsatzsteuerpflicht Vorteile. Wenn Sie auf Ihre Einspeisevergütung Umsatzsteuer erheben und ans Finanzamt abführen, erstattet es im Gegenzug die Mehrwertsteuer, die in den Anschaffungskosten enthalten ist (Vorsteuer) – und zwar nur wenige Wochen nach der Anschaffung! Dafür verlangt das Finanzamt anfangs monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen, vom zweiten Jahr an genügt meist eine Quartalsmeldung.

40 Bekomme ich auch die Umsatzsteuer aus Wartungs- und Reparaturkosten zurück?
Ja. Und die Wartungs- oder Reparaturkosten sind gleichzeitig Betriebsausgaben der Photovoltaikanlage.

41 Stimmt es, dass Betreiber von Solaranlagen als Unternehmer gelten und Steuern abführen müssen?
Wer Strom produziert und gegen Entgelt einspeist, gilt steuerlich als Unternehmer und muss theoretisch Umsatz- und Gewerbesteuer abführen. Dieser Status ermöglicht es auch erst, die Anlage steuerlich abzuschreiben. Wenn die Einspeisevergütung im Jahr weniger als 17 500 Euro ausmacht, was bei den meisten Dachanlagen der Fall ist, können sich Hausbesitzer jedoch von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Gewinne aus dem Betrieb der Solaranlage unterliegen der Einkommensteuer. Gewerbesteuerpflichtig werden sie erst ab 24 500 Euro Gewinn im Jahr. Das entspricht einer Anlage mit mehr als 100 Kilowatt Leistung, die kaum auf das Dach eines Einfamilienhauses passen dürfte.

42 Zahle ich auch Umsatzsteuer, wenn ich den Strom selbst verbrauche?
Ja. Der Staat besteuert die Differenz zwischen dem Einspeisetarif (derzeit 24,43 Cent je Kilowattstunde) und der Vergütung für den Eigenverbrauch (8,05 Cent). Es werden also 19 Prozent Steuer auf 16,38 Cent erhoben, macht 3,11 Cent Umsatzsteuer je Kilowattstunde. Der Eigenverbrauch rechnet sich somit, sobald der Haushaltsstrompreis 19,49 Cent übersteigt.

43 Wie gebe ich die Betriebseinnahmen und -ausgaben in der Steuererklärung an?
Als Kleinunternehmer genügt dem Finanzamt eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Fragen zur Förderung

44 Auf welche Art fördert der Staat die Installation von Solaranlagen?
Der Staat verpflichtet die Stromversorger im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EGG), den Solarstrom zu festen Tarifen abzunehmen. Die Höhe des sogenannten Einspeisetarifs wird vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme für 20 Jahre plus Installationsjahr garantiert. Dachanlagen, die im Jahr 2012 ans Netz gehen, erhalten derzeit 23,43 Cent je eingespeiste Kilowattstunde (kWh) – garantiert bis zum Jahresende 2032.

45 Wie verändert sich die Förderung in den kommenden Jahren?
Die Einspeisevergütung sinkt mittlerweile sogar schon halbjährlich um einen gesetzlich vorgegebenen Prozentsatz. Am 1. Januar 2012 fiel sie um 15% Prozent auf 23,43 Cent je Kilowattstunde (kWh). Am 1. Juli 2012 sind wiederum 15% Vergütungssenkung möglich – auf dann 19,92 Cent je kWh. Solange die Anbieter die Preise ihrer Solaranlagen in gleichem Maß verbilligen können, ändert sich die Rendite nicht. Sollten die Preise jedoch langsamer fallen, etwa aufgrund einer anziehenden Nachfrage nach Solaranlagen, würde sich für Investoren bald eine niedrigere Rendite ergeben.

46 Wenn die Förderung fällt – lohnt es sich dann überhaupt noch, eine Anlage anzuschaffen?
Ja, denn der Einspeisetarif wird vom Tag der Inbetriebnahme an für das Installationsjahr und dann 20 Kalenderjahre festgeschrieben. Wer seine Dachsolaranlage z.B. im Februar 2012 in Betrieb nimmt, erhält also 2013 weiterhin 23,43 Cent je Kilowattstunde.

47 Ist es sinnvoll, den Strom nicht einzuspeisen, sondern selbst zu nutzen?
Seit dem 1. Januar 2009 müssen die Stromversorger auch Solarstrom vergüten, den der Hausbesitzer selbst verbraucht. Dafür gibt es in diesem Jahr 8,05 Cent je Kilowattstunde. Auf die Differenz von 16,38 Cent zwischen Einspeisetarif und Eigenverbrauchstarif muss der Eigentümer Umsatzsteuer abführen (derzeit 3,11 Cent je Kilowattstunde). Der Eigenverbrauch lohnt sich also immer dann, wenn der eigene Strompreis 19,49 Cent übersteigt. Auch diese Vergütung ist für über 20 Jahre garantiert.

48 Warum lohnt sich gerade jetzt die Anschaffung einer Solaranlage?
Die Preise sind seit Jahresanfang auf Grund von Überkapazitäten eingebrochen, der Einspeisetarif sank aber nur um 15 Prozent. Deshalb fällt die Rendite der Anlage derzeit ungewöhnlich hoch aus – und sie ist für über 20 Jahre garantiert.

49 Muss ich die Solaranlage anmelden?
Ja. Seit dem 1. Januar 2009 müssen Anlagen, die neu ans Netz gehen, spätestens am Tag der Inbetriebnahme der Bundesnetzagentur in Kassel gemeldet werden – sonst gibt es vom lokalen Stromversorger auch keine Einspeisevergütung.

50 Wie sieht eigentlich die steuerliche Förderung aus?
Sie können Ihre Solaranlage über 20 Jahre abschreiben und zwar jährlich zu gleichen Teilen. Fallen dadurch Verluste an, dürfen Sie diese mit anderen Einkunftsarten verrechnen. Eine Möglichkeit zur Sofortabschreibung gibt es nicht mehr.

Stand: Focus-Money 38/2009 mit Aktualisierung durch SPS Solar im Januar 2012